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Home2019-11-06T13:32:46+01:00

Der Handel mit Haiflossen in Europa muss sofort enden!

Jährlich sterben zwischen 63 bis 273 Millionen Haie [1] durch Menschenhand. Die genauen Zahlen bleiben Spekulation, da es an verlässlichen Daten fehlt und die weltweite Dunkelziffer durch illegalen Fang extrem hoch ist. Gejagt werden Haie weltweit besonders wegen ihrer Flossen. Diese werden vor allem im asiatischen Raum als Haiflossensuppe verzehrt. Für die vermeintliche Delikatesse mit wenigen Gramm Flossen werden bis zu 90€ verlangt.[2] Ein extrem lukratives Geschäft mit gewaltigen Gewinnmargen auf Kosten der Haie!

Die Flossen werden oft auf grausame Weise durch „Finning” gewonnen. Finning bedeutet, dass den Haien bei lebendigem Leib die Flossen abgeschnitten werden. Die Tiere werden anschließend über Bord geworfen, da ihr Fleisch verglichen mit den Flossen nahezu wertlos ist. Ohne Flossen sinken die Haie auf den Meeresgrund, wo sie ersticken, verbluten oder lebendig gefressen werden.

Dieses Geschäft wird auch aus Europa bedient.

Seit 2013 verbietet die sogenannte „Fins Naturally Attached“ Verordnung der Europäischen Union [3] ausnahmslos das Aufbewahren, Umladen und Anlanden jeglicher Haiflossen in EU-Hoheitsgewässern und auf allen EU-Schiffen.

Gemeinsam haben wir jetzt die Gelegenheit, in der Europäischen Union ein Umdenken zu erzeugen und eine wirkliche Verbesserung für den Schutz der Haie zu erreichen.

1 IUCN Shark Specialist Group, Frequently Asked Questions: Sharks, Rays, and chimaeras; https://www.iucnssg.org/faqs.html.
2 Kimley, Peter A. Peter, The Biology of Sharks and Rays, 2013, S. 451.

Bis zur Enscheidung der EU-Kommission

Es wird Zeit, dass wir in Europa handeln!
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Die Europäische Bürgerinitiative

Die Europäische Bürgerinitiative ist der direkte Weg um bei der Europäischen Kommission eine konkrete Gesetzesänderung vorzuschlagen, im Unterschied zu einer Petition, die vom Petitionsausschuss des Europäischen Parlaments entschieden wird.

Seit 2012 besteht für EU-Bürger/innen die Möglichkeit, sich mit einer Europäischen Bürgerinitiative direkt an die Europäische Kommission zu wenden.

Dazu muss zunächst ein Bürgerausschuss gegründet werden, welcher aus mindestens sieben Mitgliedern* aus mindestens sieben verschiedenen EU-Staaten besteht. Nach erfolgreicher Prüfung der Initiative durch die Europäische Kommission hat der Bürgerausschuss ein Jahr Zeit, um Unterschriften zu sammeln.

Informieren Sie mich, wenn die Bürgerinitiative startet!

Ich möchte die Bürgerinitiative unterzeichnen und informiert werden, wie es weiter geht.

Warum sich etwas ändern muss …

In der EU in das Finning seit 2003 durch eine Verordnung ((EG) Nr. 1185/2003) untersagt. Nach dieser Verordnung war Fischern das Abtrennen von Haiflossen an Bord der Schiffe untersagt- Allerdings sah eine Ausnahmeregelung vor, dass EU-Mitgliedstaaten Sondergenehmigungen (spezielle Fangerlaubnisse) zu der Abtrennung der Flossen an Bord erhalten konnten. Von dieser Regelung machten besonders Spanien und Portugal von diesen Sondergenehmigungen Gebrauch.

Diese Verordnung wurde 2013 ergänzt und widerrief auch die Möglichkeit der Sondergenehmigungen. Durch diese strengere „Fins-naturally-attached“-Verordnung ist es allen EU-Schiffen und allen Schiffen, die in EU-Gewässern fischen, untersagt, Haiflossen an Bord zu entfernen, bevor sie den Fisch anlanden. Sobald die Haie angelandet sind, dürfen die Flossen entfernt werden und getrennt vom Hai transportiert werden.

Weltweit haben bereits einige Staaten ähnliche Gesetze erlassen.[1] Jedoch verbieten nur wenigen Staaten den Handel mit abgetrennten Haiflossen. So eröffnet sich die Möglichkeit, dass auch in Ländern, die über eine „Flossen natürlich am Körper“-Regelung verfügen, an Land nicht mehr nachvollzogen werden kann, auf welche Weise die Flossen gewonnen wurden.

Wirklichen Schutz für die kommerzielle Nutzung von bedrohten Tierarten bietet nur der Anhang I des Washingtoner Artenschutzabkommens. Mit Tierarten, die in diesen Anhang aufgenommen werden, ist der Handel weltweit untersagt. So sind etwa die fünf Nashornarten wegen ihrer starken Bedrohung beinahe vollständig in diesen Anhang aufgenommen worden.[2] Auch die beiden Arten des Afrikanischen Elefanten werden durch das Abkommen stark geschützt.[3]

Hier wird für die Haie ihre Artenvielfalt zum Nachteil. Von den mehr als 500 Haiarten werden 85 auf der Roten Liste der IUCN als bedroht aufgeführt.[4] Dennoch ist bisher keine Haiart in den Anhang I des Washingtoner Artenschutzabkommens aufgenommen worden.

Lediglich 10 Arten sind in den Anhang II aufgenommen worden, der einen Handel strengen Regeln unterwirft, aber nicht untersagt. Und selbst wenn der Handel mit einzelnen Arten unter Schutz gestellt wird, verbleiben genug weitere, auf die für das Geschäft mit den Flossen ausgewichen werden kann.

Und auch für die geschützten Arten würden die Schutzmaßnahmen keinen Erfolg bringen. Bei Flossenlieferungen werden immer wieder auch Flossen von verschiedenen Arten vermischt. Die geschützten Arten zu identifizieren, ist kaum möglich. Und es geht weiter: Solange der Flossenhandel weltweit erlaubt bleibt, und auf den Schiffen der Fischereiindustrie keine ausreichende Quote an Beobachtern gewährleistet werden kann,[5] können also weiterhin Flossen auf dem Markt auftauchen, deren Herkunft niemand erklären kann.

Der Ausweg: Es muss zu jeder Zeit nachvollziehbar sein, zu welchem Tier die Flossen gehören. Deshalb fordern wir, die „Fins naturally attached“-Verordnung auf den Handel in der EU auszuweiten.

[1] https://www.hsi.org/wp-content/uploads/2019/06/2019-Shark-Fishing-and-Finning-Regulations.pdf
[2] https://mobil.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/CITES_Nashoerner.pdf
[3] Zwar wurden 1997 bzw. 2000, auf Grund der stabilen Elefantenbestände im südlichen Afrika die Populationen von Botswana, Namibia, Simbabwe und Südafrika auf CITES-Anhang II herabgestuft. Das Elfenbein dieser Tiere wird aber entsprechend einer Ergänzung dieser Listung wie Anhang I behandelt und darf daher trotzdem nicht gehandelt werden: https://mobil.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/WWF-Hintergrundpapier-CITES-Elfenbeinhandel.pdf
[4] Als bedroht gelten alle Arten, die von der IUCN als „Critically Endangered“, „Endangered“ und „Vulnerable“ eingestuft werden.
[5] So liegt etwa die Beobachterquote auf spanischen Langleinenflotten die im Atlantik Schwertfisch und Blauhai fangen lediglich 1-3%; North and South Atlantic swordfish Spanish longline fishery; MSC Public Comment Draft Report, Volume 1; October 2016; Seite 44 pp .

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