Der Hai gilt in der breiten Öffentlichkeit nach wie vor als blutrünstiges Monster welches unfreiwillig die Hauptrolle in unzähligen Horrorfilmen bekommt. Zwar sind sich die Wissenschaftler und Naturschützer einig wenn sie über den dringend benötigten Schutz der Haie reden. Aber weshalb ist dies eigentlich so? Warum müssen wir die Haie schützen, wenn es genauso gut zig andere Arten gibt um die es ebenfalls schlecht steht?- Die Antwort darauf, gibt uns einen tiefen Einblick ins Leben der Haie und des marinen Ökosystems.

Haie durchstreifen seit über 400 Millionen Jahren Evolutionsgeschichte unsere Weltmeere. Sie haben Eiszeiten und die Dinosaurier überlebt und sich in Perfektion an ihre jeweiligen Lebensbedingungen angepasst. Von den Polarregionen der Arktis und Antarktis, bis hin zu den tropischen Gewässern am Äquator sind Haie in jedem Ozean der Welt Zuhause. Ihre Spezies findet man in Riffen, im Blauwasser und selbst in der ewigen Dunkelheit der Tiefsee. Vom mächtigen Raubtier bis hin zum harmlosen Planktonfresser ist jede der insgesamt 530 bekannten Haiarten tief im Lebensraum Meer verwurzelt.

Ihre Aufgabe ist die Reglementierung anderer Fische und Meeresbewohner. Jeder Hai frisst auf ihn exakt abgestimmte Beutetiere und ist so ein Garant für ein sich im Gleichgewicht befinden des Ökosystem: Der Marcohai ist beispielsweise in der Lage mit bis zu 80 km/h Topspeed Thunfische, Makrelen und sogar Schwertfische zu erbeuten während der Tigerhai sich unter anderem auf Schildkröten spezialisiert hat. Dieses zielorientierte Fressverhalten der Haie hat zur Folge, dass sich ihre Beutetiere nicht unkontrolliert vermehren und somit  ihre eigene Nahrungsgrundlage so stark dezimieren, dass ihre Bestände gefährdet werden. Haie wiederum werden im Gegenzug durch ihre Nahrungsgrundlage kontrolliert. Weiterhin reglementieren sich Haie auch untereinander. Es kommt immer wieder vor, dass einige Haiarten Jungtiere anderer Arten fressen.

Fehlen die Haie in der Nahrungskette, verbreiten sich einzelne kleinere Raubfische rasant. Diese Räuber  dezimieren  wiederum andere Tierarten überdurchschnittlich und das gesamte Ökosystem überweidet. Wenn also der Hai in der Nahrungskette fehlt, bricht diese im Laufe der Zeit von oben nach unten zusammen.
Zur Verdeutlichung ein Blick in ein anderes Biotop: Wenn die Toppredetatoren der afrikanischen Steppe fehlen, vermehren sich die Grasfresser überdurchschnittlich rasant und fressen in kürzester Zeit alles Grün ab. Sehr schnell haben die vielen Tiere die nun nicht mehr durch die Topräuber kontrolliert werden, alles Fressbare abgeweidet und müssen aufgrund von fehlender Nahrung verhungern.

Wieder zurück im Ökosystem Meer, müssen wir feststellen, dass  ein Zusammenbruch der Nahrungsketten im Meer katastrophale Folgen hätte. Schließlich sind es die Ozeane, die zu den wichtigsten Sauerstoffproduzenten der Erde gehören.  Die 5 großen Ozeane (Atlantik, Pazifik, Indischer Ozean, Nordpolarmeer, Südpolarmeer) bedecken zusammen etwa 71% der Erdoberfläche. Das darin enthaltende Phytoplankton produziert über 60% des weltweiten Sauerstoffs und nimmt ebenfalls tonnenweise CO2 aus der Atmosphäre auf. Das Leben so wie wir es kennen, wäre ohne diesen Kreislauf nicht möglich.
Haie gelten also nicht umsonst als ein wichtiger Indikator für ein gesundes marines Ökosystem. Doch trotz dieses Wissens, herrscht ein regelrechter Krieg gegen die Haie. Als Beifang oder als Zielfisch, werden die Haie mit Langleinen, Schleppnetzen oder Treibnetzen aus dem Wasser gezogen. Jährlich sterben bis zu 273 Millionen Haie. Das sind ca.8 Haie in der Sekunde.

Wenn wir den Haien und somit uns Menschen noch eine Chance geben wollen, muss das grausame Töten der Haie unverzüglich enden! Hilf auch du mit und leiste mit deiner Unterschrift für die „Stop Finning- Stop the Trade“ EU-Bürger Initiative deinen Beitrag.